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Metall im Blut

Ursula Wastl
Hanno Gridl in Aktion
Ursula Wastl

Wieso ein Jurist beginnt, Messer herzustellen, und was das Palmenhaus in Schönbrunn damit zu tun hat, erfahren Sie in dieser Ausgabe von „Metall-Menschen“.

von: Ursula Wastl

Nach dem Jusstudium hat Hanno Gridl eine Zeit lang in verschiedenen Rechtsabteilungen großer Unternehmen gearbeitet. Glückliche Zeiten waren das nach eigenen Angaben nicht; sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn wurde damals, wie er selber sagt „auf die Probe gestellt“. Irgendwann kündigte er und begann über sein Leben nachzudenken. In einer Phase der Orientierungslosigkeit riet ihm jemand schließlich: Mach doch etwas ganz anderes. Im Internet stieß er dann auf das Video von Bob Kramer, einem Messerschmied, der, obwohl ebenfalls aus einem ganz anderen Berufsbereich kommend, inzwischen so berühmt war, dass er seine Termine in einer Art Lotterie verloste und Unsummen für seine Damastmesser (etwa 500 Dollar pro Inch) verlangen konnte. Hanno Gridl: „Das fand ich faszinierend und ich begann Bücher über das Schmieden zu lesen. Bald darauf hatte ich mir selbst eine provisorische Esse gebaut und die ersten Messer hergestellt. Diese entsprachen noch nicht meinen Vorstellungen, die Ergebnisse waren von überschaubarer Qualität. Erst mit der Zeit, viel Übung, einigen Kursen und der Anschaffung von professionellen Werkzeugen begannen meine Erzeugnisse meinen Ansprüchen zu genügen.“

Lange Metalltradition

Hanno Gridl sind die Liebe  und das Talent zum Metallbearbeiten aber wahrscheinlich einfach in die Wiege gelegt worden. Schließlich war sein Ururgroßvater Ignaz Gridl, seines Zeichens Eigentümer der k. k. Hof-Eisenkonstruktions- und Brückenbauanstalten und verantwortlich für viele Brücken aus dieser Zeit, aber auch für einige Dachkuppeln der Ringstraße und für das Schönbrunner Palmenhaus. Übrigens: Einer seiner Mitarbeiter hat 1854 das bekannte Stahlbauunternehmen Waagner-Biro gegründet.

Küchenmesser sind seine Leidenschaft

„Ich stelle vor allem Küchenmesser her, aber dass ich auch Messer schleife, hat sich in der Umgebung schon herumgesprochen.“ Heurigenbesitzer, eine Kochschule aus Eisenstadt und sogar Friseure mit ihren Scheren finden den Weg zu Ignatius, wie die Firma des Pfaffstättners heißt. „Die Leute sind froh, dass sie ihre Messer nicht mehr wegschmeißen müssen, sondern sie bei mir schleifen lassen können. Dabei geht es gar nicht ums Geld, sondern vor allem darum, nicht weiteren Müll zu verursachen. Für mich ist dieser Aspekt auch sehr wichtig. Man verdient natürlich keine Millionen mit dem Schärfen von Messern, aber man setzt der ,Wegwerfgesellschaft‘ etwas entgegen, und das fühlt sich gut an.“ 


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