Foto: Eisenwarenmesse Köln

Italiens Werkzeugmaschinenbauer im Aufwind

Die italienischen Werkzeugmaschinenhersteller haben nach einer längeren Durststrecke wieder Grund zur Zuversicht. Angaben des Branchenverbandes Ucimu-Sistemi per produrre ucimu.it zufolge hat sich die Auftragslage im zweiten Quartal dieses Jahres gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 14,4 Prozent verbessert.

 

Krise als Herausforderung

Der Bestellwert im Inland kletterte um 38,2 und die Ordertätigkeit im Ausland um 11,5 Prozent. Bezogen auf die ersten sechs Monate ergibt sich ein Plus von 14,9 Prozent, wobei die Inlandsbestellungen um 59,5 Prozent und die Auslandsbestellungen um 7,8 Prozent zulegen konnten. Vor allem Grossbritannien (42,0 Prozent), Frankreich (30,2 Prozent) und Deutschland (17,6 Prozent) fragen verstärkt nach.

Im Jahresverlauf 2013 schrumpfte der Produktionswert infolge der Wirtschaftskrise um sieben Prozent auf 4,48 Mrd. Euro. Die Exporte gaben um 6,5 Prozent auf 3,38 Mrd. Euro und der Inlandsverbrauch um zwei Prozent auf 2,04 Mrd. Euro nach. Ein Anstieg um 6,8 Prozent auf 944 Mio. Euro war bei der Einfuhr zu verzeichnen. Die Importquote erhöhte sich von 42,3 auf 46,1 Prozent des Inlandskonsums.

Politische Unterstützungen

Trotz der schlechten Absatzlage konnte Italien seine Position als viertgrößtes Herstellerland von Werkzeugmaschinen zurückerobern. Die Aussichten für das laufende Jahr gelten weiterhin als gut. "Nach unseren Berechnungen ist eine Zunahme des Produktionswertes um 4,4 Prozent zu erwarten", so Ucimu-Vorsitzender Luigi Galdabini. Die Exporte sollen um 4,7 Prozent auf 3,54 Mrd. Euro und die Inlandsnachfrage um 3,3 Prozent auf 2,12 Mrd. Euro klettern.

Als Triebfeder wirken dürfte das im März als Nuova Legge Sabatini in Kraft getretene Fördergesetz, wonach alle bis zum 30. Juni 2015 von mittelständischen Unternehmen durchgeführten Maschinenkäufe durch staatliche Krediterleichterungen begünstigt werden. Es handelt sich um eine Darlehenssumme von 2,5 Mrd. Euro, von denen bereits 1,5 Mrd. Euro finanziert sind.

"Die italienische Regierung muss sich dafür einsetzen, dass die Industrie vermehrt solche Investitionsgüter verwendet, die den neuzeitlichen Anforderungen in Sachen Produktivität, Energieeinsparung und Sicherheit entsprechen", so Galdabini abschließend.